Der 3+1-Plan in der Praxis: zwei Ramp Tests, FTP von 178 auf 193 W und ein Plan für 2027

Am 16. September habe ich einen Ramp Test gemacht und kam auf eine FTP von 178 W, nur 3 Watt mehr als im Juni. Drei Monate lang stand meine Form still. Also habe ich einen einfachen 3+1-Plan aufgestellt: drei Wochen Aufbau, eine leichtere Woche, dann ein Test. Am 21. Oktober, nach dem ersten solchen Zyklus, zeigte der Test 193 W. Hier steht alles, was unterwegs passiert ist: die Zahlen aus beiden Tests, die Wochen, in denen ich anders gefahren bin als geplant, und der Plan für das ganze Jahr 2027, der daraus entstanden ist. Ich habe es für mich aufgeschrieben, aber auch für alle, die einen ähnlichen Plan auf dem Rollentrainer aufbauen wollen.

Der 3+1-Plan in der Praxis: zwei Ramp Tests, FTP von 178 auf 193 W und ein Plan für 2027
+15 W
FTP von 178 auf 193 W (+8,4 %) in fünf Wochen laut App: vier Wochen 3+1-Block und eine Testwoche, ohne zusätzliche Stunden. Wie viel davon echter Zuwachs ist und wie viel ein anderes Powermeter im ersten Test, erkläre ich weiter unten.
2,08 W/kgstatt 1,85 W/kg beim ersten Test
96 → 93 kgGewicht seit Mitte September
30,6 hauf dem Rad in Block 1 (1447 TSS)
−8 bpmHerzfrequenz bei 200 W im zweiten Test

Wo ich angefangen habe

Meine ersten zwei Ramp Tests habe ich im Juni gemacht: 163 W und 11 Tage später 175 W. So ein großer Sprung in weniger als zwei Wochen ist vor allem das Lernen des Tests selbst. Beim zweiten Mal wusste ich schon, wie weh die letzte Minute tut, und habe nicht zu früh aufgegeben. Dann kam der Juli, in dem ich kein einziges Mal auf dem Rad saß, und der August, in dem ich meine Form mit längeren Ausfahrten draußen wieder aufgebaut habe. Das habe ich im Beitrag über den Form-Tab beschrieben.

0 50 100 150 200 Ramp Test 11.06.2026: FTP 163 W 163 W 11.06.2026 Ramp Test 22.06.2026: FTP 175 W 175 W 22.06.2026 Ramp Test 16.09.2026: FTP 178 W 178 W 16.09.2026 Ramp Test 21.10.2026: FTP 193 W 193 W 21.10.2026 Sommer: +3 W 3+1-Block: +15 W FTP aus dem Ramp Test, W
FTP aus jedem Ramp Test 2026. Zwischen Juni und September: +3 W. Nach einem 3+1-Zyklus: +15 W. Die ersten drei Tests hat der Rollentrainer gemessen, den letzten die Pedale (mehr dazu unten im Kasten „Achtung bei der Messung“). Daten aus WattLog.pro.

Der Test im September hat etwas Unbequemes gezeigt: Im August und Anfang September bin ich viel gefahren, aber ohne Struktur, und meine FTP hat sich kaum bewegt. Daraus habe ich zwei Schlüsse gezogen. Ich brauche einen Plan, in dem jeder Tag eine Aufgabe hat. Und ich brauche einen Test in einem festen Rhythmus, damit ich weiß, ob der Plan funktioniert, statt zu raten.

Das 3+1-Modell in Kürze

Ein Zyklus dauert fünf Wochen: drei Aufbauwochen, in denen die Belastung steigt, eine Erholungswoche mit etwa der Hälfte der TSS der dritten Woche und eine Testwoche mit einem Ramp Test auf frischen Beinen. Das ist klassische Blockperiodisierung, reduziert auf eine einzige Regel: Nach jedem Test entscheide ich, wie der nächste Block aussieht [6].

Die Woche hat ein festes Gerüst. Harte Tage sind wirklich hart, leichte Tage wirklich leicht:

TagTrainingWozu
MofreiErholung
DiSweet Spot + Tempo, 80–105 minHauptreiz für die FTP
Milocker in Z2, 60 minaerobe Basis, Erholung
DoMikrointervalle 1′ + Schwelle, 70–80 minSchwellenleistung und darüber
Frlocker, 50 minBeine lockern
Salange Fahrt mit Tempo-Blöcken, ca. 2 h auf dem RollentrainerAusdauer
SoZ2, 60–90 minUmfang ohne Ermüdung

Das ergibt 8–9,5 Stunden pro Woche, davon etwa 78 % in den Zonen Z1–Z2, 15 % in Tempo und Sweet Spot und nur etwa 7 % (eine halbe Stunde) an der Schwelle und im VO2max-Bereich. Die meiste Zeit bei niedriger Intensität zu verbringen, ist ein Aufbau, der sich bei Ausdauersportlern bewährt [7]. Die Einheiten auf dem Rollentrainer fahre ich im ERG-Modus, und die Leistung im Plan ist in % der FTP gespeichert, deshalb rechnet der Plan nach jedem Test die Watt selbst neu aus.

Block 1: was ich geplant und was ich gefahren bin

Block 1 begann am 21. September. Meine FTP habe ich in der App von Hand auf 184 W gesetzt, deshalb wurden alle % FTP in den Einheiten von diesem Wert berechnet und nicht von den 178 W aus dem Test. So sahen die Wochen aus:

0 100 200 300 400 500 Woche 1 21–27.09: Plan 359 TSS Woche 1 21–27.09: Ist 337 TSS 359 337 Woche 1 21–27.09 Woche 2 28.09–4.10: Plan 399 TSS Woche 2 28.09–4.10: Ist 451 TSS 399 451 Woche 2 28.09–4.10 Woche 3 5–11.10: Plan 425 TSS Woche 3 5–11.10: Ist 315 TSS 425 315 Woche 3 5–11.10 Erholung 12–18.10: Plan 171 TSS Erholung 12–18.10: Ist 344 TSS 171 344 Erholung 12–18.10 Plan Ist Wochen-TSS
TSS jeder Woche von Block 1: geplant (aus dem Plan in der App) und gefahren. Daten aus WattLog.pro.

Insgesamt bin ich 30,6 Stunden und 1447 TSS gefahren, bei einem Plan von 31 Stunden und 1354 TSS. Auf dem Papier fast perfekt. Woche für Woche nicht mehr:

Mein größter Fehler in diesem Block: eine Erholungswoche mit doppelt so viel TSS, wie der Plan vorsah. Erholung ist keine Pause vom Plan, sie ist ein Teil davon. In dieser Zeit verarbeitet der Körper drei Wochen Arbeit. Mehr dazu schreibe ich im Beitrag über die Erholungswoche. In den nächsten Blöcken achte ich darauf, dass diese Woche etwa 50 % der TSS der dritten Woche hat.

Zwei Ramp Tests nebeneinander

Ein Ramp Test in WattLog.pro läuft immer gleich ab: 5 Minuten Aufwärmen, danach steigt die Leistung jede Minute um 6 % der aktuellen FTP, beginnend bei 50 % FTP. Du fährst, solange du die Zielleistung halten kannst. Die FTP sind 75 % der besten Minute des Tests. Woher dieser Faktor kommt, erkläre ich im Beitrag zur Auswertung eines Ramp Tests.

0 W 100 W 200 W 300 W 0 min 5 min 10 min 15 min 20 min 16.09: beste Minute 237,7 W W 21.10: beste Minute 257,2 W W 257 W 238 W 5 min Aufwärmen +6 % FTP pro Minute Test 16.09 (FTP 178 W) Test 21.10 (FTP 193 W)
Leistung in beiden Ramp Tests, Mittelwerte über 30 Sekunden. Ausfahren nach dem zweiten Test abgeschnitten. Daten aus WattLog.pro.

Beide Tests dauerten gleich lang, etwa 16 Minuten reine Rampe. Weil die Stufen von der FTP aus berechnet werden, war im zweiten Test jede Stufe höher, und die letzte geschaffte Minute lag 20 W höher. Die wichtigsten Zahlen nebeneinander:

Test 1Test 2Änderung
Datum16.09.202621.10.20265 Wochen
LeistungsquelleRollentrainerPedale Assioma PRO MXverschieden!
Beste Minute237,7 W257,2 W+19,5 W
FTP (75 % der besten Minute)178 W193 W+8,4 %
Beste 5 Minuten218 W237 W+19 W
Maximale Herzfrequenz177 bpm179 bpm+2 bpm
Gewicht96 kg93 kg−3 kg
FTP pro Kilogramm1,85 W/kg2,08 W/kg+12 %
Frische (TSB) am Testtag−1+10+11

Achtung bei der Messung. Beim Schreiben dieses Beitrags habe ich geprüft, woher die Daten stammen, und es stellte sich heraus, dass im ersten Test der Rollentrainer die Leistung gemessen hat und im zweiten die Pedale Assioma PRO MX. Am Tag davor und direkt nach dem Test kam die Leistung schon von den Pedalen, aber im Test selbst hat die App sie vom Rollentrainer genommen. Ein Rollentrainer misst die Leistung hinter der Kette und zeigt meist 2–4 % weniger als Pedale (mehr im Beitrag Rollentrainer gegen Pedale). Wenn das bei mir ähnlich war, hätte der erste Test auf den Pedalen etwa 182–185 W ergeben, und der echte Zuwachs liegt eher bei +4–6 % als bei +8,4 %. Ich habe keine Fahrt, bei der beide Quellen gleichzeitig aufgezeichnet haben, deshalb kann ich diesen Unterschied nicht messen. An der Entscheidung über den nächsten Block ändert das nichts: Gegenüber den 184 W, die für den Block eingestellt waren, beträgt der Zuwachs trotzdem +4,9 %.

Das Gewicht hat das Ergebnis stärker angehoben als die Watt allein: Die FTP ist um 8,4 % gestiegen, die W/kg um 12 %. Mit 2,08 W/kg bin ich immer noch im unteren Teil der Tabelle für Amateure, aber die Richtung stimmt, und genau W/kg ist mein Ziel für 2027.

Die Herzfrequenz sagt mehr als das Ergebnis

Ein Testergebnis ist eine Zahl von einem Tag. Spannender ist, was unterwegs mit der Herzfrequenz passiert ist. Im Diagramm ist jeder Punkt 30 Sekunden des Tests: Leistung auf der waagerechten Achse, Herzfrequenz auf der senkrechten.

110 120 130 140 150 160 170 180 100 W 150 W 200 W 250 W 85 W → 128 bpm 89 W → 129 bpm 98 W → 131 bpm 99 W → 133 bpm 107 W → 133 bpm 109 W → 133 bpm 117 W → 136 bpm 119 W → 138 bpm 127 W → 140 bpm 129 W → 140 bpm 138 W → 142 bpm 140 W → 143 bpm 147 W → 145 bpm 149 W → 146 bpm 158 W → 147 bpm 159 W → 149 bpm 167 W → 151 bpm 169 W → 152 bpm 178 W → 154 bpm 180 W → 156 bpm 187 W → 158 bpm 189 W → 161 bpm 197 W → 162 bpm 199 W → 163 bpm 207 W → 162 bpm 209 W → 165 bpm 217 W → 167 bpm 219 W → 168 bpm 228 W → 170 bpm 229 W → 174 bpm 237 W → 175 bpm 238 W → 176 bpm 99 W → 123 bpm 98 W → 125 bpm 107 W → 128 bpm 110 W → 128 bpm 119 W → 130 bpm 119 W → 132 bpm 132 W → 133 bpm 130 W → 135 bpm 138 W → 136 bpm 139 W → 135 bpm 152 W → 141 bpm 151 W → 142 bpm 162 W → 144 bpm 161 W → 147 bpm 172 W → 149 bpm 170 W → 148 bpm 182 W → 149 bpm 183 W → 151 bpm 194 W → 154 bpm 192 W → 154 bpm 204 W → 156 bpm 208 W → 158 bpm 215 W → 159 bpm 216 W → 155 bpm 225 W → 161 bpm 228 W → 165 bpm 238 W → 166 bpm 237 W → 170 bpm 250 W → 173 bpm 245 W → 173 bpm 258 W → 175 bpm 252 W → 178 bpm −8 bpm −9 bpm Herzfrequenz, bpm Test 16.09 Test 21.10
Herzfrequenz bei einer bestimmten Leistung in beiden Ramp Tests, Mittelwerte über 30 Sekunden. Fahr mit der Maus über einen Punkt, um die Werte zu sehen. Daten aus WattLog.pro.

Die orange Linie liegt im ganzen Bereich von 120 bis 240 W tiefer, um 6–9 Schläge pro Minute. Bei 200 W hatte ich im Oktober eine Herzfrequenz von 155 statt 163, bei 237 W 166 statt 175. Das Herz erledigt dieselbe Arbeit günstiger. Ein Teil dieses Unterschieds kann vom anderen Messgerät im ersten Test kommen. Wenn der Rollentrainer die Leistung um 2–4 % zu niedrig gemessen hat, müsste sich die ganze blaue Linie um 4–9 W nach rechts verschieben, was den Unterschied um 2–3 Schläge verringert, ihn aber nicht aufhebt. Es ist auch nicht die Wirkung eines einzelnen guten Tages, denn der Unterschied ist über den ganzen Test gleichmäßig, vom Aufwärmen bis zu den letzten Minuten. Andererseits sind das nur zwei Messungen, und die Herzfrequenz hängt auch von Raumtemperatur, Schlaf und Kaffee ab, deshalb sehe ich das als Bestätigung des Ergebnisses und nicht als eigenen Beweis. Mehr zu diesem Zusammenhang schreibe ich im Beitrag über Herzfrequenz und Leistung.

Sweet Spot am Dienstag: dieselbe Arbeit, immer niedrigere Herzfrequenz

Dasselbe zeigt sich im Training, und hier ist der Vergleich sauber, weil bei allen drei Fahrten dieselben Pedale die Leistung gemessen haben. Jeder Dienstag in Block 1 hatte Sweet-Spot-Abschnitte bei etwa 162–165 W. Ich habe die mittlere Herzfrequenz aus jeder Sekunde berechnet, in der die mittlere Leistung der letzten Minute in diesem Bereich lag:

163 bpm22.09., Woche 1
157 bpm29.09., Woche 2
151 bpm6.10., Woche 3
1,01 → 1,07Watt pro Herzschlag (EF)

In drei Wochen ist die Herzfrequenz bei gleicher Leistung um 12 Schläge gesunken. Dieselbe Dienstagseinheit wurde von Woche zu Woche länger (80, 92, 104 Minuten) und hat das Herz trotzdem weniger gekostet. Bei den Mikrointervallen am Donnerstag gab es keine solche Änderung: Die Herzfrequenz in den Schwellenabschnitten blieb gleich (157, 160, 157 bpm). Dort ist der Reiz kürzer und härter, deshalb zeigen sich Änderungen später.

Fitness und Frische: warum ich ausgeruht teste

Zum Schluss das Diagramm, das am besten erklärt, warum der zweite Test so gut war. Das PMC zeigt Fitness (CTL, Mittel der TSS über etwa 42 Tage), Ermüdung (ATL, über etwa 7 Tage) und Frische (TSB, die Differenz zwischen beiden) [1, 5].

Block 1: 3 Aufbauwochen Erh. -20 0 20 40 60 80 1. Sep 15. Sep 1. Okt 15. Okt 1.09: CTL 42 · ATL 52 · TSB -15 · Tages-TSS 28 2.09: CTL 45 · ATL 72 · TSB -11 · Tages-TSS 188 3.09: CTL 45 · ATL 65 · TSB -27 · Tages-TSS 26 4.09: CTL 44 · ATL 56 · TSB -21 · Tages-TSS 0 5.09: CTL 45 · ATL 65 · TSB -12 · Tages-TSS 120 6.09: CTL 44 · ATL 56 · TSB -20 · Tages-TSS 0 7.09: CTL 44 · ATL 52 · TSB -12 · Tages-TSS 31 8.09: CTL 45 · ATL 55 · TSB -8 · Tages-TSS 73 9.09: CTL 44 · ATL 52 · TSB -10 · Tages-TSS 33 10.09: CTL 45 · ATL 55 · TSB -8 · Tages-TSS 73 11.09: CTL 44 · ATL 47 · TSB -10 · Tages-TSS 0 12.09: CTL 45 · ATL 53 · TSB -3 · Tages-TSS 90 13.09: CTL 46 · ATL 54 · TSB -8 · Tages-TSS 61 14.09: CTL 44 · ATL 47 · TSB -9 · Tages-TSS 0 15.09: CTL 44 · ATL 45 · TSB -2 · Tages-TSS 36 16.09: CTL 44 · ATL 44 · TSB -1 · Tages-TSS 38 17.09: CTL 44 · ATL 43 · TSB +0 · Tages-TSS 34 18.09: CTL 43 · ATL 39 · TSB +1 · Tages-TSS 20 19.09: CTL 44 · ATL 45 · TSB +4 · Tages-TSS 79 20.09: CTL 44 · ATL 47 · TSB -1 · Tages-TSS 59 21.09: CTL 43 · ATL 40 · TSB -3 · Tages-TSS 0 22.09: CTL 44 · ATL 46 · TSB +3 · Tages-TSS 77 23.09: CTL 44 · ATL 44 · TSB -1 · Tages-TSS 33 24.09: CTL 45 · ATL 48 · TSB +0 · Tages-TSS 72 25.09: CTL 44 · ATL 44 · TSB -3 · Tages-TSS 20 26.09: CTL 45 · ATL 52 · TSB +0 · Tages-TSS 99 27.09: CTL 45 · ATL 50 · TSB -6 · Tages-TSS 36 28.09: CTL 44 · ATL 42 · TSB -4 · Tages-TSS 0 29.09: CTL 45 · ATL 49 · TSB +2 · Tages-TSS 87 30.09: CTL 45 · ATL 47 · TSB -4 · Tages-TSS 37 1.10: CTL 46 · ATL 52 · TSB -2 · Tages-TSS 79 2.10: CTL 45 · ATL 48 · TSB -6 · Tages-TSS 25 3.10: CTL 48 · ATL 63 · TSB -3 · Tages-TSS 155 4.10: CTL 48 · ATL 64 · TSB -16 · Tages-TSS 66 5.10: CTL 47 · ATL 55 · TSB -16 · Tages-TSS 0 6.10: CTL 48 · ATL 61 · TSB -8 · Tages-TSS 102 7.10: CTL 48 · ATL 58 · TSB -13 · Tages-TSS 38 8.10: CTL 49 · ATL 62 · TSB -10 · Tages-TSS 86 9.10: CTL 49 · ATL 62 · TSB -13 · Tages-TSS 64 10.10: CTL 49 · ATL 57 · TSB -13 · Tages-TSS 25 11.10: CTL 48 · ATL 49 · TSB -8 · Tages-TSS 0 12.10: CTL 49 · ATL 54 · TSB -1 · Tages-TSS 89 13.10: CTL 48 · ATL 50 · TSB -6 · Tages-TSS 21 14.10: CTL 49 · ATL 54 · TSB -2 · Tages-TSS 78 15.10: CTL 48 · ATL 50 · TSB -5 · Tages-TSS 25 16.10: CTL 47 · ATL 42 · TSB -2 · Tages-TSS 0 17.10: CTL 48 · ATL 49 · TSB +4 · Tages-TSS 86 18.10: CTL 48 · ATL 48 · TSB -1 · Tages-TSS 47 19.10: CTL 47 · ATL 42 · TSB -0 · Tages-TSS 0 20.10: CTL 46 · ATL 36 · TSB +5 · Tages-TSS 0 21.10: CTL 45 · ATL 36 · TSB +10 · Tages-TSS 36 22.10: CTL 45 · ATL 33 · TSB +10 · Tages-TSS 20 23.10: CTL 44 · ATL 34 · TSB +12 · Tages-TSS 35 24.10: CTL 46 · ATL 42 · TSB +11 · Tages-TSS 94 25.10: CTL 46 · ATL 45 · TSB +4 · Tages-TSS 63 Test 1: TSB −1 Test 2: TSB +10 CTL (Fitness) ATL (Ermüdung) TSB (Frische)
Fitness, Ermüdung und Frische vom 1. September bis 25. Oktober 2026. Fahr mit der Maus über das Diagramm, um die Werte des Tages zu sehen. Daten aus WattLog.pro.

Zwei Dinge fallen auf:

  1. Die CTL hat sich kaum verändert. Im ganzen Block lag die Fitness zwischen 43 und 49. Ich bin nicht mehr gefahren als im Sommer. Ich bin anders gefahren: Jeder Schlüsseltag hatte ein klares Ziel und eine klare Intensität. Dazu kommt, dass eine höhere FTP die TSS derselben Fahrt senkt, deshalb unterschätzt die CTL bei steigender FTP den Fortschritt etwas.
  2. Den ersten Test habe ich müde gemacht, den zweiten ausgeruht. Am 16. September lag die TSB bei −1, am 21. Oktober bei +10. Trotz der zu harten Erholungswoche hatte ich vor dem zweiten Test zwei komplett freie Tage, und das hat gereicht, um ausgeruht in den Test zu gehen. Nach dem Test habe ich die Woche härter beendet als geplant: 248 statt 190 TSS, weil ich am Samstag 2 Stunden der Herzroute von Zug nach Einsiedeln gefahren bin. Auf das Testergebnis hatte das keinen Einfluss mehr.

Wie viel von diesen 15 W ist Training und wie viel Frische?

Ehrlich: Das lässt sich nicht auf das Watt genau trennen. Ein Teil des Zuwachses ist sicher Frische. Schlaf, Kaffee oder Raumtemperatur allein können zwischen zwei Tests ein paar Prozent ausmachen. Dazu kommt das andere Powermeter im ersten Test, das den Ausgangswert um ein paar Watt gedrückt haben kann. Aber drei Dinge lassen mich glauben, dass der Zuwachs echt ist:

Die Lehre für die Zukunft ist einfach: Ich teste immer unter denselben Bedingungen, mit demselben Powermeter, nach einer Erholungswoche und mit einer TSB über null [8]. Nur dann lassen sich zwei Ergebnisse vergleichen. Wie du dich darauf vorbereitest, beschreibe ich im Beitrag zur Vorbereitung auf den Ramp Test.

Die Regel nach dem Test: Block A oder Block B

Nach jedem Test überlege ich nicht, wie es weitergeht. Die Entscheidung trifft eine Regel, die vorher festgelegt ist:

Ramp Test frisch, nach der Erholung ΔFTP gegenüber dem vorherigen Test ≥ +2 % → nächster Block A längerer Sweet Spot und Schwelle, gleiche Intensität < +2 % → Block B VO2max 5×3′ → 6×4′ @ 115–120 % FTP, SS bleibt ja nein
Die Regel für die Blockwahl nach jedem Ramp Test.

Mein zweiter Test ergab 193 W gegenüber den 184 W, die für den Block eingestellt waren, also +4,9 %. Das liegt klar über der Schwelle, deshalb fahre ich ab dem 26. Oktober Block 2A. Ich habe der Regel noch ein paar Grundsätze hinzugefügt:

Der Plan bis Ende 2027

Aus dieser Regel ist ein Kalender für das ganze Jahr entstanden. Der Winter ist eine Kette von A-Blöcken auf dem Rollentrainer, im Frühjahr wechselt der Reiz auf VO2max, im Sommer kommen Saisonblöcke mit langen Fahrten draußen, und nach der Saison drei Wochen Pause. Der Kalender geht davon aus, dass jeder Test mindestens +2 % bringt. Wenn einer weniger bringt, kommt an diese Stelle ein B-Block, und die A-Kette verschiebt sich um einen Zyklus.

Winter Block A 2A: 26.10.2026 – 22.11.2026 2A Testwoche: 23.11.2026 – 29.11.2026 Block A 3A/3B: 30.11.2026 – 27.12.2026 3A/3B Saisonpause: 28.12.2026 – 10.01.2027 off Testwoche: 11.01.2027 – 17.01.2027 Block A 3A: 18.01.2027 – 14.02.2027 3A Testwoche: 15.02.2027 – 21.02.2027 Block A 4A: 22.02.2027 – 21.03.2027 4A Testwoche: 22.03.2027 – 28.03.2027 Block A 5A: 29.03.2027 – 25.04.2027 5A Testwoche: 26.04.2027 – 2.05.2027 Nov Dez Jan Feb Mär Apr Mai Saison Block B (VO2max) B: 3.05.2027 – 30.05.2027 B Testwoche: 31.05.2027 – 6.06.2027 Saisonblock S1: 7.06.2027 – 4.07.2027 S1 Saisonblock S2: 5.07.2027 – 1.08.2027 S2 Testwoche: 2.08.2027 – 8.08.2027 Saisonblock S3: 9.08.2027 – 5.09.2027 S3 Testwoche: 6.09.2027 – 12.09.2027 Saisonblock S4: 13.09.2027 – 10.10.2027 S4 Saisonpause: 11.10.2027 – 31.10.2027 off Testwoche: 1.11.2027 – 7.11.2027 Jun Jul Aug Sep Okt Nov Block A Block B Saison Test Saisonpause
Der Plan vom 26. Oktober 2026 bis November 2027. Fahr mit der Maus über einen Block, um die Daten zu sehen.

Dienstag, Donnerstag und Samstag in den nächsten Blöcken (angegeben sind die letzten Aufbauwochen, also die härtesten):

BlockDienstag (Sweet Spot)DonnerstagSamstagWoche
2A 26.10.–22.11.2×12′ Tempo + 2×20′ @89 %12×1′ + 3×6′ @100 %Tempo 2×20′ @83 %8,0–8,6 h, 351–399 TSS
3A Dezember / Januar2×25′ @90 %6×1′ + 2×12′ @98 %Tempo 3×20′ @85 %8,3–8,7 h, ca. 400 TSS
4A 22.02.–21.03.2×30′ @90 %6×1′ + 2×15′ @98 %Tempo 2×30′ @85 %8,3–8,6 h, 396–419 TSS
5A 29.03.–25.04.1×60′ @88 %2×20′ @98 %Tempo 2×40′ @85 %8,4–8,7 h, 414–438 TSS
B 3.05.–30.05.2×20′ (Erhalt)VO2max 6×4′ @115–120 %wie in 2A8,0–8,5 h, 349–393 TSS
S1–S4 7.06.–10.10.1×60′ @88 %VO2max 5×4′ / Schwelle 2×20′ im Wechsel3–4 h draußen, Z28,9–10,2 h, 368–438 TSS

Ein paar Details, die man leicht übersieht:

Funktioniert dieses Modell unendlich lange? Die Regel selbst schon: Test, dann A oder B, dann Erholung. Ein unendlicher FTP-Anstieg nicht. Jedes weitere Prozent kommt langsamer, und Block A hat eine Decke. Wenn weder A noch B noch einen Zuwachs bringen, wechselt das Ziel dazu, die FTP zu halten und die Zeit zu verlängern, die ich bei ihr fahren kann.

Das Ziel für 2027: W/kg, nicht nur FTP

Ich will abnehmen und gleichzeitig meine Kondition verbessern. Diese zwei Ziele geraten leicht miteinander in Konflikt: Hungrige Intervalle geben einen schwächeren Reiz, und ein schwächerer Reiz heißt ein schlechterer Test. Deshalb richtet sich die Ernährung im Plan nach der Art des Tages, nicht nach dem Kalender:

TagVorherWährendDanachDefizit?
Schlüsseltag (Di, Do)Mahlzeit mit Kohlenhydraten 2–3 h vorher oder eine Banane 30–60 min vorherüber ca. 75 min: 30–60 g Kohlenhydrate/hKohlenhydrate + 20–30 g Eiweiß innerhalb einer Stundenein
Lange Fahrt (Sa)Mahlzeit mit Kohlenhydraten 2–3 h vorher40–60 g Kohlenhydrate/h und trinkenKohlenhydrate + Eiweißnein
Locker (Mi, Fr, So, Erholung)normale MahlzeitWassernormale Mahlzeit mit Eiweißja
Testam Vortag mehr Kohlenhydrate, am Testtag nichts Neues—Kohlenhydrate + Eiweißnein

Krafttraining in der Radwoche

Das Krafttraining lege ich auf Tage, die sowieso hart sind. So bleiben die lockeren Tage echte Erholung. Beine nie am Tag vor einer Schlüsseleinheit oder einem Test:

TagRadKrafttraining und Rest
DiSweet SpotBeine + Ganzkörper, ein paar Stunden nach dem Rad
DoSchwelle / VO2maxCore + Oberkörper, keine schweren Beine
Mo, Mi, Fr, Sofrei / lockerMobilität, Spaziergang
Salange Fahrtnichts

Beine sind am Dienstag, weil der Mittwoch locker ist und bis zu den Intervallen am Donnerstag 48 Stunden bleiben. Muskelkater ist nach 24–48 Stunden am stärksten, deshalb würden Beine am Mittwoch den Donnerstag verderben und am Donnerstag den Samstag. Im Winter mache ich zwei Einheiten pro Woche zu je etwa 45 Minuten, in der Saison eine, zum Erhalt. Übungen: Kniebeuge oder bulgarische Kniebeuge, Kreuzheben mit gestreckten Beinen, Step-ups auf die Box, Wadenheben, Plank, Seitstütz, Hüftbrücke. 2–3 Sätze mit 6–10 Wiederholungen, mit Reserve, nie bis zum Muskelversagen [4]. Eine fertige Einheit mit der Technik jeder Übung habe ich im Krafttrainingsplan für Radfahrer beschrieben.

Beim Abnehmen ist das Krafttraining neben dem Eiweiß die wichtigste Ergänzung zum Defizit, weil es hilft, Muskeln zu erhalten. Man muss nur daran denken, dass die App das Krafttraining nicht in die TSS einrechnet. Nach einer harten Einheit richte ich mich nach meinem Befinden und nicht nur nach der TSB.

Was du für dich mitnehmen kannst

  • Teste in einem festen Rhythmus und unter denselben Bedingungen. Dasselbe Powermeter, nach einer Erholungswoche, mit einer TSB über null. Prüf vor dem Test in der App, von welchem Gerät die Leistung kommt. Sonst vergleichst du Frische und nicht Form.
  • Leg die Entscheidungsregel fest, bevor du das Ergebnis siehst. Bei mir heißt ≥ +2 % Block A, weniger Block B. Kein Grübeln, keine Versuchung, herumzutricksen.
  • Behandle die Erholungswoche wie deine wichtigste Einheit. Etwa 50 % der TSS der dritten Woche. Ich habe das nicht gemacht, und das ist mein erster Punkt zum Verbessern.
  • Achte auf die Herzfrequenz bei gleicher Leistung, nicht nur auf das Testergebnis. Ein paar Schläge weniger bei gleichen Watt sind die beste Bestätigung, dass das Training wirkt.
  • Speichere die Leistung in % der FTP. Nach jedem Test aktualisiert sich der Plan selbst, nichts muss neu berechnet werden.
  • Beim Abnehmen schau auf die W/kg. Eine unveränderte FTP bei weniger Gewicht ist auch Fortschritt. Iss für die Arbeit, die du leisten musst, und leg das Defizit auf die lockeren Tage.

Der nächste Test fällt in die Woche vom 23. bis 29. November, nach Block 2A. Wenn er mindestens +2 % bringt, gehe ich in 3A, der bis zu 2×25′ Sweet Spot und 2×12′ Schwelle aufbaut. Wenn nicht, wartet im Dezember VO2max auf mich. Das Ergebnis beschreibe ich im nächsten Beitrag.

Das ist eine Beschreibung meines Plans und meiner Ergebnisse, keine individuelle Trainings- oder Ernährungsempfehlung. Wenn du gesundheitliche Probleme hast oder eine starke Gewichtsreduktion planst, sprich mit einem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft.

Daten und Methode

Woher die Zahlen stammen. Alle Fahrten sind in meinem Konto bei WattLog.pro gespeichert. Im Text verwende ich den Zeitraum 1.09.–25.10.2026 und die Ramp-Test-Ergebnisse ab Juni 2026. Die Einheiten bin ich auf einem Smart-Trainer im ERG-Modus gefahren, ein paar Ausfahrten draußen habe ich aus Strava importiert. Bis zum 14.09., einschließlich beider Ramp Tests im Juni, hat der Rollentrainer die Leistung gemessen. Ab dem 15.09. haben das die Pedale Assioma PRO MX getan, mit einer Ausnahme: Im Ramp Test am 16.09. hat die App die Leistung noch vom Rollentrainer genommen. Die Herzfrequenz hat ein Brustgurt Garmin HRM-Dual gemessen. Das Gewicht habe ich von Hand in die App eingetragen: 96 kg im Profil beim ersten Test, 93 kg ab dem 7.10.

Wie ich gerechnet habe.

Einschränkungen. Das sind die Daten einer Person und zwei Tests. In den Tests gab es verschiedene Leistungsquellen, und den Unterschied zwischen Rollentrainer und Pedalen habe ich nicht gemessen. Ich habe keine Laktat- oder VO2max-Messungen. Die Regeln zu Ernährung und Krafttraining im Plan sind allgemein und stützen sich auf die Literatur unten, nicht auf eigene Untersuchungen.

Quellen

  1. Allen H, Coggan AR, McGregor S. Training and Racing with a Power Meter. 3rd ed. Boulder: VeloPress; 2019.
  2. Morton RW, Murphy KT, McKellar SR, et al. A systematic review, meta-analysis and meta-regression of the effect of protein supplementation on resistance training-induced gains in muscle mass and strength in healthy adults. Br J Sports Med. 2018;52(6):376–384. doi:10.1136/bjsports-2017-097608
  3. Jeukendrup A. A step towards personalized sports nutrition: carbohydrate intake during exercise. Sports Med. 2014;44(Suppl 1):S25–S33. doi:10.1007/s40279-014-0148-z
  4. Rønnestad BR, Mujika I. Optimizing strength training for running and cycling endurance performance: a review. Scand J Med Sci Sports. 2014;24(4):603–612. doi:10.1111/sms.12104
  5. Banister EW, Calvert TW, Savage MV, Bach T. A systems model of training for athletic performance. Aust J Sports Med. 1975;7(3):57–61.
  6. Rønnestad BR, Hansen J, Ellefsen S. Block periodization of high-intensity aerobic intervals provides superior training effects in trained cyclists. Scand J Med Sci Sports. 2014;24(1):34–42. doi:10.1111/j.1600-0838.2012.01485.x
  7. Seiler S. What is best practice for training intensity and duration distribution in endurance athletes? Int J Sports Physiol Perform. 2010;5(3):276–291. doi:10.1123/ijspp.5.3.276
  8. Bosquet L, Montpetit J, Arvisais D, Mujika I. Effects of tapering on performance: a meta-analysis. Med Sci Sports Exerc. 2007;39(8):1358–1365. doi:10.1249/mss.0b013e31806010e0

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