Leistung pro Herzschlag (EF — Efficiency Factor) — so verfolgst du den Fortschritt deiner aeroben Basis
Der Efficiency Factor (EF) ist die gewichtete Leistung (NP) geteilt durch die mittlere Herzfrequenz einer Einheit oder eines Intervalls — er sagt, wie viele Watt du pro Herzschlag „kaufst". Ein Fahrer mit NP 180 W bei 135 S/min hat einen EF von 1,33; liefert dieselbe Herzfrequenz nach 8 Wochen Basis 195 W, steigt der EF auf 1,44 — der harte Beweis, dass die aerobe Basis real gewachsen ist. Es ist die einfachste Metrik des aeroben Fortschritts: steigender EF bei vergleichbaren Einheiten = der Motor läuft effizienter.
Der Sinn des EF folgt aus der Physiologie: Die Herzfrequenz spiegelt die innere Kosten einer Belastung, die Leistung den äußeren Effekt. Basisanpassungen (größeres Schlagvolumen, mehr Mitochondrien, bessere Fettoxidation) sorgen dafür, dass dieselbe Leistung weniger Schläge kostet. Die FTP steht in der Basisperiode oft still — der EF steigt trotzdem, weil er etwas anderes misst als die maximale Kapazität. Darum ist er die Metrik erster Wahl für die Effekte des aeroben Fahrens.
Wie du den EF berechnest und vergleichst
- Formel — EF = NP / mittlere Herzfrequenz. Für die ganze Einheit oder ein stabiles Segment (z. B. 60 min Zone 2). Was NP ist, erklärt der Text über die gewichtete Durchschnittsleistung.
- Typische Werte — Amateure meist 1,0–1,5; je höher der Wert bei gleicher relativer Intensität, desto stärker die Basis. Der Absolutwert hängt an deiner HFmax — vergleich dich also nicht mit dem Kollegen, sondern mit dir selbst.
- Bedingung: vergleichbare Einheiten — EF hat nur zwischen ähnlichen Workouts Sinn: gleiche Zone, ähnliche Dauer, Rollentrainer vs Rollentrainer. Intervall-EF lässt sich nicht mit Zone-2-EF vergleichen.
Welcher EF-Anstieg bedeutet echten Fortschritt der aeroben Basis?
Ein Trend von +5–8% über 6–8 Wochen vergleichbarer Einheiten ist der typische, reale Effekt eines Basisblocks — z. B. von 1,30 auf 1,38. Einzelne Sprünge von 3–4% zwischen zwei Fahrten sind Rauschen (Schlaf, Koffein, Temperatur, Stress). Schau auf den gleitenden Mittelwert mehrerer Einheiten desselben Typs, nicht auf ein Einzelergebnis.
Was die EF-Ablesung verfälscht
Die Herzfrequenz reagiert auf alles, nicht nur auf die Form — der EF verlangt also Messhygiene:
- Hitze und Dehydrierung — heben die Herzfrequenz um 5–10 S/min bei gleicher Leistung und drücken den EF. Auf dem Rollentrainer ohne Ventilator sieht der EF immer schlechter aus. Vergleiche Einheiten unter ähnlichen Bedingungen.
- Herzdrift — auf langer Fahrt steigt die Herzfrequenz trotz konstanter Leistung; der EF der ersten Stunde schlägt den der zweiten. Das ist eine eigene Metrik — der Herzdrift (Aerobic Decoupling) — und zusammen mit dem EF ergibt sie das volle Bild der Basis.
- Koffein, Schlafmangel, Stress — verschieben Ruhe- und Belastungspuls. Eine kurze Nacht kann 3% EF „fressen".
- Wechsel der Leistungsquelle — Pedale vs Trainer unterscheiden sich um 2–4%, berechne den EF also immer vom selben Messgerät — siehe Rollentrainer vs. Pedale.
EF oder Decoupling — was verfolgt die aerobe Basis besser?
Beides, weil sie Verschiedenes messen: der EF zeigt das Niveau der Effizienz, das Decoupling ihre Haltbarkeit über die Zeit. Steigender EF bei schrumpfendem Drift (<5%) ist das Lehrbuchbild einer reifenden Basis. Ein EF, der bei hohem Drift steigt, deutet an, dass du zu hart fährst und die Verbesserung nur scheinbar ist.
Fazit
Der EF ist der günstigste „Formtest", den es gibt — kein Test bis zur Erschöpfung, nur Brustgurt, Leistungsmesser und vergleichbare Einheiten. Berechne NP/HF für konstante, wiederholbare Zone-2-Workouts, verfolge den 6–8-Wochen-Trend und lies ihn zusammen mit dem Herzdrift. Ein Anstieg um 5–8% heißt: Der Basisblock wirkt, auch wenn die FTP noch steht. Und wenn der EF trotz Umfang aufhört zu steigen — das ist das Signal, dass die Basis gereift ist und Intensität dran ist, statt weitere identische Stunden zu kurbeln; das PMC-Diagramm zeigt dir den Spielraum.
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