Gewichtete Durchschnittsleistung (NP / WAP) — was sie bedeutet

Deine durchschnittliche Leistung sagt dir, wie viel Watt du im Schnitt getreten hast. Aber sie verschweigt, wie hart die Fahrt wirklich war. Dafür gibt es die gewichtete Durchschnittsleistung — Normalized Power (NP).

Warum der Durchschnitt nicht reicht

Stell dir zwei Fahrten vor: eine Stunde gleichmäßig mit 200 W und eine Stunde mit Wechsel zwischen 300 W und 100 W. Der Durchschnitt ist identisch — 200 W. Aber die zweite Fahrt ist deutlich anstrengender, weil hohe Leistungsspitzen den Körper überproportional belasten.

Wie NP berechnet wird

Die Berechnung läuft in vier Schritten:

  1. Leistungsdaten mit einem 30-Sekunden-Gleitmittel glätten
  2. Jeden geglätteten Wert hoch vier nehmen
  3. Den Durchschnitt dieser vierten Potenzen bilden
  4. Die vierte Wurzel daraus ziehen

Durch das Potenzieren werden hohe Spitzen stärker gewichtet — genau so, wie dein Körper sie auch stärker spürt.

NP in der Praxis

NP ist die Grundlage für zwei weitere wichtige Kennzahlen:

Ohne NP wären diese Metriken bei ungleichmäßigen Fahrten ungenau.

Wann NP besonders wichtig ist

Bei gleichmäßigen Fahrten auf dem Rollentrainer liegen Durchschnitt und NP nah beieinander. Große Unterschiede siehst du bei:

Je größer die Differenz zwischen NP und Durchschnittsleistung, desto variabler war deine Leistungsabgabe. Das Verhältnis nennt sich Variability Index (VI = NP ÷ Avg Power).

Fazit

NP ist die ehrlichere Zahl. Sie zeigt, wie hart dein Körper tatsächlich arbeiten musste — unabhängig davon, ob du gleichmäßig oder mit Spitzen gefahren bist. Achte darauf bei der Auswertung deiner Fahrten.

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