ERG Mode Death Spiral — was die Diagramme zeigen und wie du sie vermeidest
Die ERG Mode Death Spiral ist ein Teufelskreis: Fällt deine Trittfrequenz im ERG-Modus, baut der Trainer Widerstand auf, um die Zielleistung zu halten — was die Trittfrequenz weiter senkt, sodass der Trainer noch mehr Widerstand aufbaut, bis du bei 40 U/min gegen eine „Wand" aus Pedalen praktisch stehen bleibst. Im Diagramm zeigt sich das als scharfer Trittfrequenzabfall bei kurz gehaltener Leistung, wonach die Leistung ohnehin einbricht. Du vermeidest es, indem du Trittfrequenz und Übersetzung hältst und — bei beginnender Spirale — kurz ERG verlässt.
Im ERG-Modus setzt du eine Zielleistung, und der Trainer regelt den Widerstand, um sie unabhängig von der Trittfrequenz zu halten. Das ist bei Intervallen bequem — kein Schalten nötig. Aber der Mechanismus hat eine Rückkopplungsschleife: Leistung = Widerstand × Geschwindigkeit. Fällt die Geschwindigkeit (Trittfrequenz), muss der Trainer den Widerstand erhöhen. Bist du müde und die Trittfrequenz sinkt weiter, gerätst du in eine sich selbst verstärkende Spirale, aus der man sich schwer heraustritt.
Was das Diagramm während einer Death Spiral zeigt
- Trittfrequenz — ein plötzlicher Abfall von z. B. 90 auf 60, dann 45 U/min in Sekunden. Das ist das erste und sensibelste Signal.
- Leistung — kurz auf Ziel gehalten (der Trainer „kämpft"), dann ein scharfer Abfall, wenn du den Tretzyklus nicht mehr schließt.
- Widerstand/Schwungmassengeschwindigkeit — steigt, obwohl du langsamer fährst — die Signatur der ERG-Schleife.
Warum bleibt der Trainer im ERG stehen, wenn ich langsamer werde?
Weil der Trainer im ERG den Widerstand direkt proportional zum Trittfrequenzabfall erhöht, um die Leistung zu halten — bei niedriger Trittfrequenz steigt der nötige Widerstand so, dass die Pedale wie „Beton" werden. Das ist kein Defekt, sondern die Logik des Modus. Meist trifft es am Ende harter Intervalle, wenn die Beine versagen — ein ähnliches ERG-Verzögerungsproblem beschreibt der Text über Mikrointervalle, wo ERG praktisch kontraindiziert ist.
Vier Wege, die Spirale zu vermeiden
- Halte die Trittfrequenz — ziele auf 85–95 U/min und lass sie im ERG-Block nicht unter ~70 fallen. Das ist die einfachste Prävention.
- Wähle eine leichte Übersetzung — ein kleinerer hinterer Gang gibt dem Trainer mehr „Spielraum" zur Widerstandsregelung und dämpft die Sprünge.
- Verlasse ERG in der Krise — spürst du die Trittfrequenz sinken, wechsle kurz in den Widerstands-/Slope-Modus oder mach eine „Mikropause", bevor der Widerstand dich festnagelt.
- Realistische Zielleistung — Intervalle von einer überhöhten FTP garantieren eine Spirale am Satzende. Kalibriere die FTP mit einem Ramp Test und setze die Leistung realistisch.
Sind Intervalle besser im ERG- oder im Widerstandsmodus?
Für stabile, längere Intervalle (z. B. 4×8 min Schwelle) ist ERG bequem und hält die Leistung ohne Schalt-Gefummel. Für kurze, dynamische Efforts (30/15, Sprints) ist der Widerstands-/Slope-Modus besser, weil ERG nicht mitkommt und eine Spirale riskiert. Die Wahl hängt vom Einheitstyp ab — mehr im Text über Intervalltraining auf dem Rollentrainer.
Fazit
Die ERG Death Spiral ist kein Defekt, sondern eine Rückkopplungsschleife: Trittfrequenz fällt → Widerstand steigt → Trittfrequenz fällt. Du erkennst sie im Diagramm am plötzlichen Trittfrequenzabfall bei kurz gehaltener Leistung. Vermeide sie, indem du 85–95 U/min hältst, eine leichte Übersetzung wählst, eine realistische Zielleistung von einer kalibrierten FTP setzt und ERG verlässt, bevor der Widerstand dich festnagelt. Für dynamische Intervalle erwäge gleich den Widerstandsmodus — weniger Komfort, null Spirale.
Trainiere smarter mit WattLog.pro
WattLog.pro sammelt Daten von deinem Trainer und zeigt, was wirklich mit deiner Form passiert.
WattLog.pro kostenlos testen →