Pulsmesser beim Radfahren: Wie funktioniert er und welchen solltest du wählen?

Dein Puls ist einer der wichtigsten Werte im Training. Aber nicht jeder Pulsmesser liefert die gleiche Qualität — und die Unterschiede sind gerade beim Radfahren entscheidend.

Wie funktioniert ein Pulsmesser?

Grundsätzlich gibt es zwei Messprinzipien: die elektrische Messung über einen Brustgurt und die optische Messung am Handgelenk (oder Oberarm).

Brustgurt (EKG-Prinzip)

Ein Brustgurt erfasst die elektrischen Impulse deines Herzens über zwei Elektroden, die direkt auf der Haut aufliegen. Das Signal wird per Bluetooth oder ANT+ an deinen Radcomputer oder deine Uhr gesendet. Diese Methode gilt als Goldstandard, weil sie das gleiche Prinzip nutzt wie ein medizinisches EKG.

Optischer Sensor (PPG)

Optische Sensoren sitzen in Uhren oder Armbändern. Sie strahlen grünes Licht in die Haut und messen, wie viel davon vom Blutfluss absorbiert wird. Das funktioniert im Alltag gut, hat beim Sport aber Grenzen — vor allem bei schnellen Pulsänderungen und wenn der Sensor verrutscht.

Welcher Typ eignet sich fürs Radfahren?

Beim Radfahren gibt es besondere Herausforderungen für optische Sensoren:

Ein Brustgurt liefert hier deutlich zuverlässigere Daten. Wenn du nach Herzfrequenz-Zonen trainierst — zum Beispiel Zone-2-Grundlage oder VO2max-Intervalle — ist ein Brustgurt die bessere Wahl.

Optischer Sensor am Oberarm

Eine Zwischenlösung sind optische Sensoren, die am Oberarm getragen werden (z. B. Polar Verity Sense). Dort sitzt der Sensor fester und die Durchblutung ist besser als am Handgelenk. Für die meisten Radfahrer ist das ein guter Kompromiss zwischen Komfort und Genauigkeit.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  1. Kompatibilität: Unterstützt der Sensor Bluetooth und ANT+? Beides ist ideal.
  2. Akkulaufzeit: Brustgurte halten oft über ein Jahr mit einer Knopfzelle. Optische Sensoren müssen regelmäßig geladen werden.
  3. Tragekomfort: Probiere den Gurt vor dem Kauf an — ein zu lockerer Sitz verfälscht die Messung.
  4. Datenübertragung: Achte darauf, dass dein Radcomputer oder deine App den Sensor erkennt.

Fazit

Für ernsthaftes Radtraining ist ein Brustgurt nach wie vor die beste Wahl. Optische Armsensoren sind eine solide Alternative, wenn dir der Gurt unangenehm ist. Handgelenk-Sensoren reichen fürs lockere Fahren, sind aber für strukturiertes Training zu ungenau.

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