Sicherheit auf der Straße — die Perspektive von Radfahrer und Autofahrer

Radfahrer und Autofahrer teilen sich dieselbe Straße, sehen sie aber völlig unterschiedlich. Die Perspektive der anderen Seite zu verstehen ist der erste Schritt zur Sicherheit — denn die meisten Unfälle entstehen durch mangelndes gegenseitiges Bewusstsein.

Häufigste Konfliktsituationen

1. Überholen eines Radfahrers

Die StVO schreibt mindestens 1,5 m Seitenabstand beim Überholen vor (innerorts mindestens 1,5 m, außerorts 2 m). In der Praxis fahren viele Autos zentimeterknapp am Lenker vorbei. Radfahrer: Fahren Sie ca. 1 m vom Fahrbahnrand — nicht am äußersten Rand, sonst bleibt kein Platz für ein Ausweichmanöver. Autofahrer: Warten Sie, bis ein sicheres Überholen möglich ist.

2. Rechtsabbiegen

Der Autofahrer biegt rechts ab und sieht den geradeaus fahrenden Radfahrer auf der rechten Seite nicht. Bei LKW tödlich gefährlich (toter Winkel). Radfahrer: Fahren Sie nie zwischen ein abbiegendes Fahrzeug und den Bordstein. Besser hinter dem Fahrzeug stehen bleiben als daneben.

3. Türöffner (Dooring)

Fahrer oder Beifahrer öffnen die Tür eines geparkten Autos direkt vor dem Radfahrer. Radfahrer: Halten Sie mindestens 1 m Abstand zu parkenden Autos — die sogenannte „Doorzone". Autofahrer: Öffnen Sie die Tür mit der rechten Hand (Dutch Reach) — das erzwingt eine Körperdrehung und den Schulterblick.

4. Kreisverkehr

Der Radfahrer im Kreisverkehr hat dieselben Rechte wie ein Auto. Fahren Sie in der Fahrspurmitte — nicht am Rand, wo ein Auto versuchen könnte, Sie im Kreisel zu „umfahren". Zeigen Sie das Verlassen per Handzeichen an.

Regeln für Radfahrer

Regeln für Autofahrer

Statistik

In Deutschland sterben jährlich rund 400–450 Radfahrer bei Verkehrsunfällen. Die meisten Unfälle mit Radfahrern sind Kollisionen mit Autos — am häufigsten an Kreuzungen. Ein Helm reduziert das Risiko einer Kopfverletzung um 60–70 %.

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