Radsaison planen — Periodisierung für Amateure

Training ohne Plan ist wie Fahren ohne Karte — du kommst irgendwo an, aber selten dort, wo du wolltest. Periodisierung teilt die Saison in Phasen mit unterschiedlichen Zielen, damit du dann in Topform bist, wenn du sie brauchst — nicht zufällig mitten im Winter.

Was ist Periodisierung?

Die Einteilung des Trainingsjahres in Phasen, die jeweils ein anderes Ziel verfolgen:

Wie lange vor dem Saisonziel sollte ich mit dem Aufbau beginnen?

Rechne 12–16 Wochen vom Zieltermin zurück — das ist der Zeitpunkt, an dem die Aufbauphase beginnt. Davor liegt die Basisphase, danach Taper und Ziel.

Ein typisches Jahresschema

MonatePhaseWas du machst
Nov–JanOff-Season + BasisZ1–Z2, Krafttraining, Rollentrainer
Feb–MärAufbau 1Z2–Z3, Sweet Spot, steigender Umfang
Apr–MaiAufbau 2Z3–Z4, Schwellenintervalle, FTP steigt
JunPeakZ5–Z6, kurze harte Blöcke, Umfang sinkt
JulTaper + ZielUmfang −40 %, kurze scharfe Intervalle
Aug–SepWettkampf / ExplorationForm halten, Rennen, lange Ausfahrten
OktRegenerationLockeres Fahren, andere Sportarten, Pause

Wie sieht das im PMC aus?

Eine gut geplante Saison hat im PMC-Diagramm eine charakteristische Form:

Wie hoch sollte der TSB am Wettkampftag sein?

Für die meisten Amateure liegt der optimale TSB am Zieltag zwischen +10 und +25 — genug Erholung, um frisch zu sein, ohne so viel Pause, dass die Schärfe verloren geht. Zu hohe Werte (über +30) bedeuten oft, dass du zu lange getapert und Form verloren hast.

Periodisierung für Amateure — die einfache Version

Du musst nicht auf den Tag genau planen. Es reicht:

  1. Wähle 1–2 Saisonziele — ein Rennen, einen Granfondo, einen persönlichen Rekord am Hausberg.
  2. Rechne rückwärts — 12–16 Wochen vom Ziel ist der Startpunkt der Aufbauphase.
  3. Halte den 3:1-Rhythmus — 3 Wochen Belastung, 1 Woche Erholung. Die Erholungswoche nie streichen.
  4. Steuere über die CTL-Rampe — max. 5–7 Punkte pro Woche, sonst steigt das Übertrainingsrisiko.

Der Kern der Periodisierung ist nicht die perfekte Excel-Tabelle, sondern der bewusste Wechsel zwischen Belastung und Erholung mit einem klaren Zieltermin. Plane rückwärts vom Ziel, steuere die CTL-Rampe über dein PMC und halte den 3:1-Rhythmus ein — dann bist du in Form, wenn es zählt, statt zufällig irgendwann.

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